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Soweit die Füße tragen - Hallux valgus
und andere Fußdeformitäten
Spreizfüße, Senkfüße oder Plattfüße, Hallux valgus sowie Hammer- oder Krallenzehen. Die Liste der Fußdeformitäten ist lang. Die Beschwerden richten sich nach der Form der Veränderungen. Diese bestimmt auch die Therapie.
Ein ständiger Wechsel in der Richtung: Veranlagung oder erworbene Deformität, ist in der Fachliteratur zu beobachten.
Ob nun die Gene oder die falschen Schuhe der Grund für die Ausbildung der häufigsten Fußdeformität –dem Hallux valgus -sind, mag für die Therapie zweitrangig sein. In der Prävention (Vorbeugung) ist, nach genauer Analyse der Fußveränderung, ein frühzeitiges ändern des Schuhwerkes, der
Bewegungsgewohnheiten, evtl. Einlagen sowie spezielle Fußgymnastik entscheidend für den weiteren Verlauf.
Unsere Füße haben nicht nur unser gesamtes Körpergewicht –beim Sport auch beschleunigt – zu tragen, sie sollen auch noch beim Gehen die auftretenden Kräfte so abpuffern, das diese nicht völlig ungebremst auf Beine und Rücken übertragen werden.
Beim Abstoßen wiederum muss der Fuß als starrer Hebelarm funktionieren, damit die auf den Boden gerichtete Kraft möglichst verlustfrei übertragen werden kann. Um diese Anforderungen zu bewältigen haben sich die Füße zu sehr komplexen Gebilden aus jeweils 26 Knochen, 31 Gelenken, 29 Muskeln mit entsprechenden Sehnen, 50 Bändern, rund 500 Blutgefäßen und nahezu doppelt so vielen Nervenendigungen entwickelt.
Der Clou an der Fußkonstruktion sind das elastische Längs- und Quergewölbe, die, wie Stoßdämpfer, Kräfte absorbieren und die Anpassung des Fußes an
Bodenunebenheiten ermöglicht. Veränderungen dieser Fußgewölbe sind der Wegbereiter für die meisten erworbenen Fußdeformitäten.
Hand auf´s Herz: wann haben Sie zuletzt diese komplexen Organe gewürdigt?
Von einem Plattfuß spricht man, wenn das Längsgewölbe stark abgeflacht ist, der Fußinnenrand den Boden berührt. Er ist häufig mit einer X-Abweichung des Rückfußes kombiniert, dem sog. Knickfuß. Beim sog. Hohlfuß ist das Längsgewölbe verstärkt und wird von mir heute nicht weiter erläutert.
Von einem Spreizfuß spricht man, wenn die Mittelfußköpfchen auseinander weichen.
Diese Veränderungen der Fußgewölbe sind der Wegbereiter für Fehlstellungen der Zehen.
Besonders Frauen leiden unter oft unter Hallux valgus, Hammer- oder Krallenzehen.
Fußdeformitäten treten meist schleichend auf und machen erst bei fortgeschrittener Erkrankung Beschwerden.
Der Hallux valgus – die außenseitige Abweichung der Großzehe – ist immer verbunden mit einem, häufig entzündeten Ballen am ersten Mittelfußköpfchen. In etwa 80 Prozent sind Frauen von dieser Erkrankung betroffen. Und dies schon in den jüngeren und mittleren Lebensjahren, d.h. ab dem zwanzigsten Lebensjahr.
Ist es so weit gekommen, das ein schmerzhafter Ballen mit Abweichung der Großzehe besteht, ist meist eine Operation unumgänglich.
So verschieden wie die Ursachen, die der Veränderung der Großzehe zugrunde liegen, sind auch die Behandlungsmethoden. Die Literatur zählt nicht weniger als einhundert verschiedene Operationsmethoden zur Korrektur des Hallux valgus. Die „richtige“ Operationstechnik wird daher von der individuellen Abweichung bestimmt.
Von den vielen haben sich nur einige wenige Operationstechniken bewährt. Einigkeit besteht darin, dass, wenn eben möglich, gelenkerhaltend operiert werden sollte.
Nur bei fortgeschrittener Erkrankung mit Zerstörung des Großzehengrundgelenkes soll eine Gelenkteilentfernung mit nachfolgender Gelenkrekonstruktion vorgenommen werden.
Die gelenkerhaltenden Operationen sind Osteotomien (Knochendurchtrennung und Achsenkorrektur) des ersten Mittelfußknochen, evtl. auch des Großzehengrundgliedes, mit nachfolgender Osteosynthese, d.h. der Verplattung bzw. Verschraubung der Knochen.
Diese „modernen“ Verfahren der Hallux-Valgus-Operationen sind nicht nur eine symptomatische Therapie, sondern korrigieren auch die knöcherne Fehlstellung des Fußes, das heißt, sie beseitigen die Ursache für die Abweichung der Großzehe.
Erneuten Beschwerden ist somit weitestgehend vorgebeugt.
Die Osteosynthese des Knochen ermöglicht eine sofortige Bewegung und Teilbelastung des Fußes und nach drei Wochen Normalbastung. Eine Gipsruhigstellung ist nicht erforderlich. Eine Entfernung des
Osteosynthesemateriales (der Titanplatte) ist meist schon nach sechs Monaten in einem ambulanten Eingriff in örtlicher Betäubung möglich.
Kniegelenksverletzungen und ihre Therapie
Das
Kniegelenk ist das größte – und vom Bewegungsablauf auch das
komplizierteste – Gelenk des menschliche Körpers. Bis zu eineinhalb
Tonnen Last vermag es kurzfristig zu ertragen, millionenfach beugt und
streckt es sich im Laufe eines Lebens. 75% aller Menschen über 50 Jahren
haben Gelenkbeschwerden. Aber auch Jüngere haben durch Sportbelastung oder
angeborene Veränderungen Knieschmerzen.
Das Knie ist bei Sportverletzungen das am häufigsten betroffene Gelenk.
Unfallmechanismus ist meist ein Einwärtsknicken des Knies bei Kippen des
Oberkörpers nach hinten (Vordere Kreuzband). Bei seitlichem Wegkippen und
Drehen unter Belastung treten die meisten Meniskus- und
Seitenbandverletzungen auf.
Mit zunehmendem Alter steigt die Anzahl der „degenerativen = verschleißbedingten“
Verletzungen von Bändern und Menisken.
Häufigst Beschwerdeangaben sind, der bei frischer Verletzung auftretende
sehr starke Schmerz im Knie, mit Blockade (=Bewegungsunfähigkeit) sowie
anschließendem Gelenkerguß. Bei den verschleißbedingten Verletzungen wird
über immer wieder auftretende Schmerzen und Schwellungen nach Belastung
geklagt, die innerhalb einer Woche nachlassen, aber immer zur Vorsicht bei
bestimmten Bewegungen mahnen.
Die häufigsten Verletzungen sind: - Riss des Innen/Außenmeniskus
- Riss des vorderen Kreuzbandes
- Riss des inneren Seitenbandes.
Wesentlich seltener sind Risse des Außenbandes, hinteren Kreuzbandes sowie
Knorpelverletzungen.
Die Erstbehandlung zu Hause oder beim Sport sollte in:
- Ruhigstellung
- Kühlung
- Kompression (Verband)
- Hochlagerung
bestehen.
Da sämtliche der genannten Verletzungen eine sehr geringe Tendenz zur
Selbstheilung haben, sollten Sie mit einer abklärenden Diagnosefindung
nicht länger als drei Tage warten.
Der Arzt wird durch genaue Untersuchung und Prüfung von Bändern und
Menisken oft schon mit seinen Händen die Verletzung diagnostizieren können.
Ein Röntgenbild gibt Aufschluss über knöcherne Verletzungen. Ein
Kernspintomogramm zeigt – mit ca. 80prozentiger Sicherheit-Verletzungen
der Weichteile (Bänder und Menisken) im Kniegelenk.
Sind Kreuzband oder/und Meniskus verletzt, ist meistens eine Arthroskopische
Operation (Gelenkspiegelung) erforderlich.
Bei der arthroskopischen Operation wird aus ca. 5mm langen Stichinzisionen
an beiden Seiten des Kniescheibenbandes eine komplexe Abklärung aller
Verletzungen, sowie deren Therapie möglich.
Sehr häufig muss eine Teilentfernung des zerstörten Meniskus erfolgen, da
hier keine Blutversorgung stattfindet. Die Meniskusnaht kann nur im Bereich
des durchbluteten kapselnahen Anteiles erfolgen.
Auch die Naht der Kreuzbandverletzung verspricht nur geringen Erfolg.
Deshalb wird auch hier die vollständige Entfernung und anschließende
Ersatzoperation – z.B. aus der Kniescheibensehne – bevorzugt.
Meine Patienten verbleiben die Nacht nach der Operation im Krankenhaus und
beginnen am nächsten Tag mit Geh- und Bewegungsübungen, die sie - nach
krankengymnastischer Anleitung - zu Hause fortsetzen. Nach etwa fünf Tagen
kann – bei Meniskusoperationen - das Kniegelenk normal belastet werden.
Arbeitsfähigkeit besteht meist nach zehn bis vierzehn Tagen wieder.
Radfahren und Schwimmen können nach einer Woche durchgeführt werden.
Beinbelastende Sportarten – wie Fußball, Tennis etc. – erst nach vollständigem
Auftrainieren der Oberschenkelmuskulatur, meist nach sechs Wochen.
Die Nachbehandlung einer Kreuzbandoperation dauert länger und ist
wesentlich komplizierter.
Ziel dieser Operationen ist die beschwerdefreie Wiedererlangung der
Gebrauchsfähigkeit, sowie die Vermeidung von Folgeschäden bei
nichterfolgter Behandlung.
Osteoporose (Knochenschwund)
Die Osteoporose ist eine Erkrankung des gesamten Skeletts, charakterisiert durch eine Verringerung der Knochenmasse und Verschlechterung der Gewebestruktur.
Der Knochen verliert an Stabilität und Elastizität. In Folge dessen nimmt die Bruchanfälligkeit des Knochen zu. Ein osteoporotischer Bruch
muss nicht immer mit einem auslösenden Sturz einhergehen, sondern kann ebenso „schleichend“ entstehen. Wir sprechen von einem „Zusammensintern“ des Knochen, insbesondere der Wirbelkörper.
Oft klagen Patienten darüber, dass seit einiger Zeit ein dumpfer Schmerz im Rücken – besonders im Übergang von Brust- zur Lendenwirbelsäule – besteht. Die Folge ist ein, in Fehlstellung verheilter Wirbelkörperbruch, der zu einer vermehrten Rundrückenbildung führt. Der sogenannte „Witwenbuckel“ entsteht.
Wir unterscheiden die:
A: primäre Osteoporose vom Typ I ( auch postmenopausale
Osteoporose)
B: primäre Osteoporose vom Typ II ( sog. Senile Osteoporose )
C: und die sekundäre Osteoporose ( durch andere Organerkrankungen bedingt ).
Die Ursachen sind:
Für A: vorwiegend ein Mangel an weiblichen Hormonen (Östrogen), deshalb sind hiervon überwiegend Frauen von 50 bis 70 Jahren betroffen.
Für B: hohes Alter, Mangel an Kalzium und Vitamin D, Bewegungsmangel. Diese Art der
Osteoporose trifft Männer und Frauen über 70 Jahre in gleichem Maße.
Wie bei vielen Krankheiten ist auch bei der Osteoporose eine frühzeitige Erkennung sehr wichtig, um die Auswirkungen der Erkrankung möglichst gering zu halten.
Eine O. kann um so erfolgreicher therapiert werden, je früher sie erkannt und behandelt wird. Bevor Knochenbrüche aufgetreten sind.
Zur Diagnosefindung gehört eine ausführliche Befragung der Vorgeschichte –z.B. Eintritt der Wechseljahre, gynäkologische Operationen, Langzeitbehandlung mit Kortison z.B. bei Rheumatikern und Asthmakranken - und Beschwerden ebenso wie medizinisch-technische Untersuchungen.
Die Röntgenaufnahme gibt Verdachtshinweise, zeigt aber erst einen auffälligen Befund, wenn die Knochendicht bereits um 30 bis 40 Prozent vermindert ist. Dennoch gehört sie zur Untersuchung , um bereits bestehende Knochensinterungen oder Brüche zu erkennen.
Die Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) ist die diagnostische Methode bei der Osteoporose. Sie ist ebenso in der Verlaufskontrolle – etwa in jährlichen Abständen – unverzichtbar. Eine therapiebedürftige O. liegt dann vor, wenn die Knochenmasse etwa 20 bis 35 Prozent unterhalb des Normwertes liegt. Bei geringerem Verlust der Knochenmasse besteht eine sog.
Osteopenie, die kontroll- aber noch nicht behandlungsbedürftig ist.
Mit der Bestimmung von Laborwerten aus dem Blut wird nicht nur ein Mangel an Blutsalzen bestimmt. Viel wichtiger ist der Ausschluß – oder Nachweis – von anderen Erkrankungen, die zu einer Osteoporose führen können. Überfunktion von Nenbennierenrinde und Schilddrüse und Störungen des Magen-Darmtraktes seien hier nur als möglicher Auslöser einer O. genannt.
Ist eine Osteoporose einwandfrei diagnostiziert, muß eine zielgerichtete Therapie an verschiedenen Punkten angreifen.
Im Vordergrund steht zunächst die Schmerzbeseitigung. Gefolgt – oder begleitet - von einem Ausgleich der Kalziumbilanz. Eine Tagesdosis von 1.200 mg Kalzium werden empfohlen. Als Kalziumlieferanten dienen sämtliche Milchprodukte (Vorsicht wegen des hohen Fett- und Eiweißanteiles), besser sind pflanzliche Nahrungsmittel wie Broccoli, Fenchel,
Grünkohl, Lauch, Vollkornprodukte und kalziumreiches Mineralwasser. Auch das in Gemüse enthaltene Vitamin K ist wichtig für die Knochendichte.
Also, bei dem nächsten Marktgang das überreiche Angebot an diesen Produkten nutzen!
Neben der richtigen Ernährung ist regelmäßige körperliche Aktivität - wie Schwimmen, Wandern, Walking und gezielte Gymnastik – sehr wichtig.
Zur medikamentösen Behandlung stehen dem behandelnden Arzt eine Vielzahl von wirksamen Medikamenten zur Verfügung, die den Knochenaufbau fördern und den Knochenabbau bremsen. Die Wahl des richtigen Medikamentes richtet sich nach der Ursache und dem Grad des Knochenverlustes. Kalzium – immer - mit Vitamin D kombiniert, Hormonersatztherapie, Fluoride, Kalzitonin und Bisphosphonate
u.v.m. sind abhängig von Ursache und Grad der Osteoporose vom Therapeuten anzupassen.
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