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Die Hand - häufige Erkrankungen und Verletzungen
Trotz aller „High Tech“ ist es bisher nicht gelungen, ein technisches Instrument zu bauen, dass auch nur annähernd so vielseitig einsetzbar ist wie unsere Hand.
Gleichzeitig Werkzeug und Tastorgan, ermöglichen ihre 27 Knochen und 40 Muskeln neben einer Rotation von mehr als 180 Grad eine Vielzahl von feinmotorischen Bewegungen. Fünfzehn Fingergelenke sorgen dafür, dass wir beinahe beliebig mit den einzelnen Fingern oder der ganzen Hand zugreifen und so Lasten dreidimensional im Raum bewegen können. Die aufzuwendende Kraft können wir dabei stufenlos von 0,4 bis 1.500 Newton dosieren.
Und das alles bei weitgehender Wartungsfreiheit. Kleinere Verletzungen heilen meist rasch und unkompliziert. Die Funktionsfähigkeit wird meist schnell wieder hergestellt.
Leider gibt es auch Erkrankungen, welche die Beweglichkeit der Hand auf Dauer schmerzhaft einschränken oder unmöglich machen können. Dazu zählen Nervenkompressionssyndrome, aber auch degenerative Prozesse oder sog. Autoimmunerkrankungen.
Karpaltunnelsyndrom
Bei dem Karpaltunnensyndrom kommt es zu einer Quetschung des Nervus medianus, der, gemeinsam mit den Beugesehnen des 2. bis 5. Fingers, in dem sog. Karpaltunnel verläuft.
Der Karpaltunnel ist eine, von den Handwurzelknochen gebildete knöcherne Rinne, die hohlhandwärts durch ein (normalerweise) zartes Band geschlossen wird. Durch chronische Entzündungen der Beugesehnen oder erhöhten mechanischen Druck auf den Karpaltunnel – wie bei handwerklich Tätigen – wird dieses Band (Ligamentum carpi transversum) dicker und verkleinert den unter ihm liegenden Raum, so dass der Nervus medianus ständig gepresst wird. In diesem Stadium werden immer Einschlafen der Finger (Daumen bis Ringfinger) und Schmerz, vor allem in der Nacht angegeben. Durch Bewegung und Schlagen der Finger wird kurzfristige Linderung erreicht.
Wichtig: der Kleinfinger ist hiervon nie betroffen.
Im akuten Stadium helfen entzündungshemmende Medikamente, örtliche Injektionen und kühlende Maßnahmen. Meist kommen die Beschwerden zurück, sobald erneute Handtätigkeit ausgeübt wird.
Das chronische Karpaltunnensyndrom kann nur operativ geheilt werden. Bei der operativen Dekompression, die entweder offen oder endoskopisch durchgeführt werden kann, wird das verdickte Band durchtrennt und
teilrehseziert und so der Nerv entlastet. Schon in der folgenden Nacht sind die typischen Schmerzen meist verschwunden und der Patient kann wieder durchschlafen.
Wird die Operation zu spät durchgeführt, droht eine irreversible Schädigung des Nerven mit dauerhafter Rückbildung der Daumenballenmuskulatur.
Morbus Dupuytren
Hier liegt eine – in der Ursache noch weitgehend ungeklärte – knotige Verdickung des Bindegewebes der Hohlhand vor, die die Finger in eine unnatürliche Beugestellung zieht.
Eine Streckung der Finger ist im fortgeschrittenen Stadium nicht mehr möglich, ebenso wird ein fester
Faustschluss nicht mehr erreicht.
Beim Morbus Dupuytren gibt es keine konservative Therapie. Nur durch eine Operation, der vollständigen Resektion der Palmarfaszie (dem Hohlhandbindegewebe), kann Abhilfe geschaffen werden. Wird die Operation rechtzeitig durchgeführt, wird die volle Gebrauchsfähigkeit wieder hergestellt. Nach Abheilung der Wunde
muss eine intensive Krankengymnastik erfolgen.
Der Strecksehnenabriss
Eine häufige Verletzung bei Ballsportarten entstehen meist an der Fingerendgliedbasis, dicht oberhalb des Fingernagels. In idealen Fällen kann mit einer Überstreckschiene behandelt werden, häufig müssen jedoch die Sehnenenden durch eine Naht wieder miteinander vereint werden. Dieser kleine chirurgische Eingriff wird ambulant in örtlicher Betäubung durchgeführt.
Beugesehnenrisse
müssen immer operiert werden und sind in der Nachbehandlung wesentlich komplizierter. Sie benötigen eine längere Ruhigstellung und nachfolgende Krankengymnastik.
Die Mittelhandbrüche
„Beliebte“ Bruchform der Inline-Scater und Hockeyspieler werden immer noch und viel zu häufig im Gips behandelt. Die Mittelhandbrüche gehen häufig mit einer Drehfehlstellung der Bruchenden einher. Wird diese nicht korrigiert, laufen die Finger beim
Faustschluss nicht mehr parallel zueinander. Der zugehörige Finger legt sich dann unter oder über den benachbarten. Ein fester Griff ist nicht mehr gewährleistet.
Bei der offenen Richtung und Verplattung (Osteosynthese) werden die Bruchenden in Normalstellung mit einander verbunden. Eine Gipsbehandlung ist hierbei nicht erforderlich.
Die Kahnbeinfraktur
Das, an der Daumenseite der Handwurzel gelegene Kahnbein ist am häufigsten von Verletzungen der Handwurzel betroffen. Da kaum charakteristische Schmerzen auftreten, wird oft zu spät Rat gesucht. Selbst im Röntgenbild ist eine Kahnbeinfraktur nicht einfach zu diagnostizieren.
Abhängig von der Bruchform wird meist konservativ mit - dreimonatiger – Ruhigstellung behandelt.
Die operative Behandlung wird meistens sekundär erforderlich, wenn eine sog. Nekrose oder
Pseudoarthrose (Falschgelenkbildung) eingetreten ist.
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